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Wider das Kleinkrämertum im Basketball

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In der vergangenen Woche hatte ich sehr viel Spaß an einer deutschen Basketballmannschaft. Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Ausrufezeichen eines deutschen Vereinsteams. Bayern München schlug den Topfavoriten Real Madrid mit 85:83 und bleibt im Rennen um den Einzug ins Viertelfinale der Euroleague.

Ausgerechnet der Emporkömmling aus dem Süden der Republik sorgt für Furore in Europa. Das Projekt FC Bayern Basketball wird von vielen eingefleischten Fans sehr kritisch beäugt. “Die Neureichen machen alles platt und schaden der Liga.” Mit Verlaub, das ist engstirniges Kleinkrämertum. Die Marke Bayern München ist ein Zugpferd in der und für die Liga. Natürlich polarisiert der Klub, das kennen wir aus dem Fußball. Aber die Bayern sorgen für gestiegenes Interesse am Basketball. Plötzlich taucht der Sport in Medien auf, die sonst einen großen Bogen um diese doch etwas komplizierte Sportart machen. Das kann nicht schaden! Es sei denn, einige Provinzfürsten wollen weiter in ihrer eigenen kleinen Welt rumwurschteln. Der Basketball in Deutschland braucht Zugpferde und Erfolge auf internationalem Niveau. Da scheinen die Bayern auf dem richtigen Weg.

Mit Svetislav Pesic hat der Klub den Mann als Trainer geholt, der nun wirklich weiß, wie man Titel holt. Er hat alles im Basketball gewonnen. Auch vor langer, langer Zeit einen bedeutenden europäischen Titel mit einer deutschen Vereinsmannschaft. Mitte der 90er den Korac Cup mit Alba Berlin. Der Mann ist besessen und hat in München natürlich sehr gute Rahmenbedingungen. Der Etat von rund zwölf Millionen Euro pro Jahr ist schon ordentlich, aber noch meilenweit unter dem von Klubs wie ZSKA Moskau, Maccabi TelAviv oder Real Madrid. Da reden wir in der Spitze von 35 bis 40 Millionen. Langfristig wollen die Bayern da auch hin. Das allerdings ist auch für die Münchener noch ein weiter Weg.

Was das für die Bundesliga bedeutet? Viele befürchten die große Langeweile. Verhältnisse wie im Fußball will keiner. Ich übrigens auch nicht. Aber die Bayern treiben die Professionalisierung in vielen Bereichen voran. Man mag das mögen oder nicht. Sie haben VIPs, also Multiplikatoren, in der Halle. Sie haben eine extrem professionelle Medienabteilung. Der, fast schon zu kleine, Audidome ist ein Schmuckkästchen. Und die Münchener treiben die Liga vor sich her, was den neuen TV-Vertrag betrifft. Da wird sich sicher etwas verändern müssen. Fernsehen und Internet haben sich in den vergangenen drei bis vier Jahren massiv verändert, dem sollte Rechnung getragen werden.

Bamberg, Berlin, Oldenburg, Ulm und Co werden und dürfen das nicht anders sehen. Bamberg, übrigens vier Jahre in Folge deutscher Meister, hat ganz sicher nicht viel weniger Etat zur Verfügung als Bayern München. Alba Berlin fand es vor gar nicht so langer Zeit ziemlich sexy, als Bayern München des Basketballs bezeichnet zu werden. Also, den Kampf annehmen! Alle sollen sich an den Bayern reiben, das erzeugt Energie in der Liga. Die muss nämlich raus aus dem Nischendasein. 200.000 Hardcore-Fans sind viel zu wenig für diesen fantastischen Sport.

Die große Langeweile in der Liga sehe ich übrigens überhaupt nicht. Dazu fehlt den Bayern die Konstanz. Beleg ist die Niederlage in Frankfurt wenige Tage nach dem Erfolg über Madrid. Berlin und Bamberg können absolut mithalten und Oldenburg ist auch in der Lage, die Großen zu packen. Von Langeweile also keine Spur. Bleibt zu hoffen, dass das Projekt Basketball in München weiter vorangetrieben wird. Auch ohne Uli Hoeneß, der ja so ein wenig der Papa der Geschichte ist. Vizepräsident Rudolf Schels hat angekündigt, der FC Bayern Basketball gehe den eingeschlagenen Weg weiter. Ob das alle in der Liga freut?

Euer Buschi

Quelle: n-tv.de

 


Hoeneß’ Steuerbetrug macht so viel kaputt

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Immer wieder fragen mich Fußballfans, was ich denn vom Fall Uli Hoeneß halte. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich etwas dazu schreiben soll. Zu emotional ist die Mischung der beiden Themen: Fußball – und da auch noch der Bayern-Boss – und Steuerhinterziehung, und das auch noch in diesem Ausmaß.

Vorneweg möchte ich sagen, dass ich hoffe, dass Uli Hoeneß vom Gericht wie jeder andere behandelt wird und er ein gerechtes Urteil bekommt. Da bin ich aber guter Dinge!

Die Frage wird jedoch sein, was die Leute, die Fans, als gerecht empfinden. Was beim FC Bayern und seinen Anhängern abgeht, ist sicher recht gewöhnungsbedürftig. Sie würden dem Macher des Clubs wohl fast alles verzeihen und ihm immer weiter huldigen. Das hat schon groteske Züge, trotz aller Verdienste des Spielers, Managers und Präsidenten des Rekordmeisters.

Es gibt ja nichts zu diskutieren. Er hat den Klub zu dem gemacht, was er heute ist. Er genießt bei vielen ehemaligen Spielern den Ruf des fürsorglichen Patrons. Viele würden niemals etwas auf ihn kommen lassen. Der Mann hat eine unglaubliche Ausstrahlung, das durfte auch ich in einigen Interviews zum Fußball und auch zum neuen Baby der Bayern, dem Basketball, erfahren.

Gespräche mit Hoeneß waren etwas Besonderes. Häufiger wurde ich gefragt, wie ich mir denn erlauben könne, ihm zu widersprechen. Ganz einfach, weil auch Uli Hoeneß ein Mensch ist und weil auch er manchmal Unrecht hat. Seine Gegner haben das schon immer so gesehen. Arroganz, Überheblichkeit, Großmannssucht – solche Begriffe fallen und fielen immer wieder. “Der und seine Bayern machen alles andere platt”, nicht selten war das zu hören.

Mir persönlich hat Uli Hoeneß als jemand imponiert, der seine Meinung geraderaus vertritt, der vor niemandem kuscht. Das fand ich stets bewundernswert. Es gibt wenige, die das wirklich durchziehen. Er hatte eine Haltung! Ich habe seine Meinung wirklich nicht immer geteilt, aber der Mann hat klare Kante gezeigt. Talkshows zu Sozial- wie Wirtschaftsthemen waren immer ein Genuss, wenn Uli Hoeneß dabei war. Und dann kam die Geschichte mit der Steuerhinterziehung in der Schweiz …

Ich bin jetzt mal ganz ehrlich. Als von 3,5 Millionen Euro die Rede war, habe ich noch gesagt: Irgendwie werden sie es hinbekommen, dass er nicht ins Gefängnis muss und das finde ich angesichts seiner sonstigen Verdienste auch ok. Da gab es für mich genügend Dinge, die strafmildernd sein dürften. Strafrechtlich ist das nicht unbedingt richtig, aber ich habe das so empfunden.

Und jetzt? Mindestens 18,5 Millionen Euro, aktuell ist sogar von über 27 Millionen Euro an Steuern die Rede, die der Bayern-Macher hinterzogen haben soll. Man könnte auf die Idee kommen, ob 3,5 oder 27 Millionen, das ist doch jetzt auch egal. Aber nur, wenn man auf dem Weg ins Stadion ist, die ersten drei Bier intus hat und einem Bayern München das ganze Leben bedeutet …

Was bei mir so viel kaputt gemacht hat? Das soziale Engagement erscheint in einem ganz anderen Licht. Den bedürftigen Menschen hat er etwas gegeben durch seine Spenden, aber der Gemeinschaft hat er eben auch eine ganze Menge genommen, unrechtmäßig! Natürlich darf man im Zusammenhang mit einer Straftat nie Dinge miteinander aufwiegen, aber selbst diese Geschichte geht jetzt nach hinten los.

Wer über 27 Millionen nicht zahlt, kann an anderer Stelle locker 5 Millionen geben. Das hört man dieser Tage sehr oft. Und wundern darf sich darüber auch kein Uli-Hoeneß-Fan …

Und schließlich hat sich die moralische Instanz Uli Hoeneß erledigt. Was habe ich den Mann bewundert für seinen Kampf gegen vermeintliche Ungerechtigkeiten. Was habe ich gelauscht, wenn er Politiker zu mehr Geradlinigkeit aufgefordert hat. Was war das Musik in meinen Ohren, wenn er Steuerflüchtlinge gegeißelt hat. Das ist der Punkt, den ich ihn gerne persönlich einmal fragen würde: Wieso tritt man als moralische Instanz auf, wenn man weiß, dass man keine reine Weste hat?

Ich halte Uli Hoeneß für keinen schlechten Menschen. Er sollte sich jetzt mit der klaren Kante, für die ich ihn immer so bewundert habe, seinen Fehlern und seiner Straftat stellen. Was das Ganze für den FC Bayern bedeutet? Keine Ahnung.

Euer Buschi

 

Quelle: n-tv.de


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